Zwei Schallplatten können dasselbe Cover und dieselbe Katalognummer tragen und trotzdem unterschiedliche Pressungen sein. Besonders hilfreich sind die Informationen im Auslaufbereich zwischen Musikrille und Label – dem sogenannten Runout oder Deadwax.
Ratgeber
Matrixnummer und Runout lesen: Schallplatten-Pressungen besser identifizieren

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Was ist eine Matrixnummer?
Die Matrixnummer bezeichnet in der Regel die Produktionskennung einer Plattenseite. Sie kann gestanzt, maschinell geprägt oder von Hand eingeritzt sein. Je nach Presswerk kommen zusätzliche Kürzel für Schnitt, Stamper, Werk oder Mastering hinzu.

Katalognummer allein reicht oft nicht
Eine Katalognummer kann über Jahre und mehrere Länder hinweg wiederverwendet werden. Für eine eindeutige Zuordnung solltest du deshalb mehrere Merkmale kombinieren: Katalognummer, Matrix/Runout, Labeldesign, Land, Rechtehinweise, Barcode und Besonderheiten des Covers.

Handschriftlich oder gestanzt
Handschriftliche Runout-Einträge entstehen häufig beim Lack- oder Masteringprozess. Gestanzte Zeichen können auf bestimmte Presswerke oder Produktionsschritte hinweisen. Es gibt jedoch keine weltweit einheitliche Systematik. Die Bedeutung hängt vom Label, Presswerk und Zeitraum ab.
Was bedeutet A1/B1?
Bezeichnungen wie A1 oder B1 werden oft vorschnell als Beweis für eine Erstpressung interpretiert. Das kann bei bestimmten Veröffentlichungen ein Indiz sein, ist aber keine universelle Regel. Reissues, Nachpressungen oder unterschiedliche Werke können eigene Nummernfolgen verwenden.
So gehst du beim Identifizieren vor
- Katalognummer auf Cover und Label notieren.
- Runout beider Seiten unter hellem Licht abschreiben.
- Land, Labelvariante und Barcode erfassen.
- Besonderheiten des Covers dokumentieren.
- alle Merkmale gemeinsam mit seriösen Diskografie-Datenbanken oder Sammlerkatalogen vergleichen.
Warum Runout-Fotos schwierig sind
Die Gravuren sind flach und reflektieren je nach Winkel unterschiedlich. Für Fotos hilft seitliches Licht und ein leicht gekippter Blickwinkel. Direktes Blitzlicht macht viele Zeichen unsichtbar.
Erstpressung, frühe Pressung oder nur alte Ausgabe?
Eine wirklich belastbare Zuordnung erfordert meist mehrere übereinstimmende Merkmale. Ein altes Cover oder eine niedrige Matrixnummer allein genügt nicht. Gerade bei international veröffentlichten Alben können gleichzeitig mehrere Werke produziert haben.
Fazit
Die Matrixnummer ist einer der wichtigsten Fingerabdrücke einer Vinyl-Ausgabe. Am zuverlässigsten wird die Zuordnung, wenn Runout, Label, Katalognummer und Covermerkmale gemeinsam betrachtet werden. So lässt sich eine vermeintliche Erstpressung deutlich besser von einer späteren Variante unterscheiden.



